Sichtflug

Sichtflug VFR

Als Sichtflug bezeichnet man das Steuern von Luftfahrzeugen bei dem die Flugführung vom Pilot nach Sicht d. h. nach den hierfür gültigen Sichtflugregeln durchgeführt wird. Gegensatz dazu ist der Instrumentenflug, der auch ohne Sicht nach außen durchgeführt werden kann, jedoch deutlich höhere Anforderungen an Personal, Ausstattung und Flugvorbereitung stellt.

Im Sichtflug dürfen Wolken nicht berührt oder gar durchflogen werden. In den meisten Lufträumen gelten Mindestabstände zu Wolken.

Sichtflug wird vor allem in der Allgemeinen Luftfahrt in geringeren Höhen, in Kleinflugzeugen und mit Luftsportgeräten angewendet.

Im Luftrecht ist der Sichtflug durch die Anwendung der Sichtflugregeln (Visual Flight Rules, VFR) definiert. Diese schreiben bestimmte Mindestbedingungen vor, die für Sichtflug erfüllt sein müssen.  Deutschland finden sich die Sichtflugregeln in der Luftverkehrsordnung (LuftVO).

Luftraumklassen

Luftraum

Als Luftraum bezeichnet man den mit Luft gefüllten Raum über der Erdoberfläche. Er ist je nach Definition ungefähr identisch mit dem Raum, den die unteren und mittleren Schichten der Erdatmosphäre einnehmen. Als Obergrenze wird in der Regel die Kármán-Linie mit 100 km Höhe angesehen. Der Luftraum entspricht somit in etwa der Homosphäre, in der die Zusammensetzung der Luft nahezu konstant ist. Teile des Luftraums stehen für die Luftfahrt zur Verfügung.

A (Alpha)

Kontrollierter Luftraum. Nur Instrumentenflug-Verkehr (IFR) erlaubt. Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich. Flugverkehr wird gestaffelt.

In Deutschland zur Zeit nicht vorhanden.

B (Bravo)

Kontrollierter Luftraum. IFR- und Sichtflug-Verkehr (VFR) erlaubt. Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich. VFR- und IFR-Flüge werden untereinander und gegeneinander gestaffelt.

In Deutschland zur Zeit nicht vorhanden.

C (Charlie)

Kontrollierter Luftraum. IFR- und VFR-Verkehr erlaubt. Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich. IFR-Verkehr wird zu anderem IFR-Verkehr und zu VFR-Verkehr gestaffelt. VFR-Verkehr erhält Verkehrsinformationen über anderen VFR-Verkehr.

In Deutschland in der Regel der komplette Luftraum ab FL 100 (in Alpennähe ab FL 130) bis FL 660. In der Nähe von Verkehrsflughäfen auch unterhalb von FL 100, jedoch oberhalb der jeweiligen Flugplatzkontrollzone. Für VFR-Flüge gilt CVFR-Pflicht. Minima für VFR-Flüge: Abstand von Wolken vertikal 1000 ft, horizontal 1,5 km, Flugsicht 5 km (über FL100 8 km).

D (Delta)

Kontrollierter Luftraum. IFR- und VFR-Verkehr erlaubt. Flugverkehrskontrollfreigabe erforderlich. IFR-Verkehr wird zu anderem IFR-Verkehr gestaffelt und erhält Verkehrsinformationen über VFR-Verkehr. VFR-Verkehr erhält Verkehrsinformationen über anderen Flugverkehr.

In Deutschland als Kontrollzone (D-CTR) selber oder über den Kontrollzonen von Verkehrsflugplätzen als Ersatz für C ohne CVFR-Pflicht im Sichtflug. Minima für VFR-Flüge: Abstand von Wolken (außer CTR) vertikal 1000 ft, horizontal 1,5 km, Flugsicht 5 km. In Kontrollzonen (D-CTR) ist in Deutschland kein Wolkenmindestabstand gefordert, Wolken dürfen lediglich nicht berührt werden.

E (Echo)

Kontrollierter Luftraum. IFR- und VFR-Verkehr erlaubt. Flugverkehrskontrollfreigabe nur für IFR erforderlich. IFR-Verkehr wird zu anderem IFR-Verkehr gestaffelt. Verkehrsinformationen über VFR-Verkehr werden jeglichem Flugverkehr soweit möglich erteilt.

In Deutschland grundlegend ab 2500 ft über Grund, um Kontrollzonen abgesenkt auf 1700 ft und/oder 1000 ft über Grund, Höchstgeschwindigkeit 250 kt unter FL 100. Minima für VFR-Flüge: Abstand von Wolken vertikal 1000 ft, horizontal 1,5 km, Flugsicht 8 km.

F (Foxtrot)

Unkontrollierter Luftraum. IFR- und VFR-Verkehr erlaubt. IFR-Verkehr braucht nicht gestaffelt werden, da sich maximal ein IFR-Flieger in dem Luftraum F aufhalten darf („one at time“ oder auch „single approach“). Verkehrsinformationen über anderen Flugverkehr werden soweit möglich erteilt.

Wird in Deutschland nur bei Nutzung durch IFR-Betrieb kurzzeitig aktiviert. Abstand von Wolken vertikal 1000 ft, horizontal 1,5 km, Flugsicht 5 km.

G (Golf)

Unkontrollierter Luftraum. IFR- und VFR-Verkehr erlaubt. Staffelung erfolgt nicht. Verkehrsinformationen über anderen Flugverkehr werden soweit möglich erteilt.

In Deutschland nur für VFR-Flieger, kein IFR möglich. Die Höhe wird stets über Grund definiert und zwar gestaffelt von 1000 ft über 1700 ft und 2500 ft über Grund in zunehmender Entfernung zu einer Kontrollzone. Minima für VFR-Flüge: Wolken nicht berühren (kein Mindestabstand erforderlich), Erdsicht erforderlich, Flugsicht 1,5 km, für Drehflügler, Luftschiffe und Ballone 800m.

Luftraumstruktur BRD

Abbildung 1Lufträume BRD (Quelle IVAO.DE (http://training.backup.ivao.de/img/luftraum.gif))

Für den Sichtflug (VFR) gelten dabei besondere Wettermindestbedingungen:

  • Hauptwolkenuntergrenze min. 1500 ft,
  • Bodensicht min. 5 km
  • Flugsicht min. 5 km
  • Frei von Wolken

Sonder-Sichtflugregeln SVFR

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Die Sonder-Sichtflugregeln, kurz SVFR (engl. special visual flight rules) können angewendet werden, um einen Flug nach Sichtflugregeln, der in VMC (engl. Visual Meteorological Conditions, Sichtflugbedingungen) durchgeführt werden muss, auch bei vorherrschenden schlechteren Bedingungen innerhalb einer Kontrollzone zu ermöglichen. Durch SVFR werden die höheren Wetterminima der Kontrollzone den niedrigeren Minima des umgebenden Luftraumes für diesen Flug angepasst (siehe Luftraumstruktur). Auf diese Weise können Start und Landung innerhalb der Kontrollzone stattfinden und der Flug außerhalb unter regulären Bedingungen fortgesetzt werden. Durch SVFR wird vermieden, dass ausschließlich nach IFR (engl. Instrument Flight Rules, Instrumentenflugregeln) geflogen werden darf, obwohl der Luftraum um die Kontrollzone herum auch VFR (engl. Visual Flight Rules, Sichtflugregeln) zuließe.

In Deutschland gelten für Kontrollzonen im Luftraum D (CTR) Wetterbedingungen von mindestens 5 km Flugsicht, 5 km Bodensicht und einer Hauptwolkenuntergrenze von 1500ft, wobei die Wolken nicht berührt werden dürfen (frei von Wolken), um nach Sichtflugregeln fliegen zu dürfen. SVFR setzt diese Minima herab, um ein Fortführen des Fluges im Luftraum G zu ermöglichen.

Dies ist in Deutschland an folgende Bedingungen geknüpft, nämlich dass:

  • die Verkehrslage dies zulässt
  • die Flugverkehrskontrollstelle dies genehmigt
  • Bodensicht von mindestens 1500 m bzw. 800 m (für Drehflügler) herrscht
  • eine Hauptwolkenuntergrenze von mindestens 500 Fuß vorliegt
  • Flugsicht von 3500 m (für Jets) / 1500 m (für Props) / 800 m (für Drehflügler)
  • das Luftfahrzeug muss frei von Wolken bleiben

Kontrollierter Sichtflug CVFR

Kontrollierter Sichtflug, abgekürzt CVFR (für controlled visual flight rules), ist ein Verfahren zur Durchführung von Sichtflügen entweder im kontrollierten Luftraum C oder bei nächtlichen Überlandflügen im kontrollierten Luftraum. Anders als vielfach angenommen ist CVFR keine abgespeckte Variante des Instrumentenfluges, sondern strikt dem Sichtflug zuzuordnen. Der Unterschied zum unkontrollierten Sichtflug liegt darin, dass beim CVFR die Flugparameter (Kurs, Höhe, Geschwindigkeit) von der Flugverkehrskontrolle vorgegeben werden.

Um den kontrollierten Sichtflug ausüben zu dürfen, muss der Pilot in der Lage sein, vorgegebene Flughöhen auf 100 Fuß genau einzuhalten, nicht mehr als zehn Prozent von der vorgegebenen Geschwindigkeit abzuweichen und den Kurs auf fünf Grad genau beizubehalten. Dazu erhält er theoretischen und mindestens 10 Stunden praktischen Unterricht.

Ferner reicht in FL 100 und darüber ein beschränktes Flugfunkzeugnis Typ 2 (BZF 2) in deutscher Sprache nicht mehr aus, Typ 1 für die Durchführung des Flugfunks in englischer Sprache ist notwendig.

Den kontrollierten Sichtflug und die Erfordernis einer eigenen Berechtigung zum Einflug in den Luftraum C gibt es so nur in Deutschland. Seit der Einführung der europäischen Flugausbildung zum Privatpiloten sind die entsprechenden Inhalte in der Ausbildung enthalten, eine spezielle Qualifikation ist nicht mehr erforderlich. Piloten mit älteren bzw. nationalen deutschen Fluglizenzen können diese Berechtigung in einer theoretischen und praktischen Ausbildung erwerben. Ebenso soll die Durchführung kontrollierter Sichtflüge mit Luftsportgeräten europaweit eingeführt werden.

Nachtflugqualifikation

Wird zusätzlich eine Aufbauausbildung absolviert (Nachtflugqualifikation), darf dann auch nachts nach Sichtflugregeln geflogen werden (NVFR, night), wobei für Nachtflüge stets ein Flugplan aufgegeben werden muss. VFR-Flüge bei Nacht sind nur von/nach dafür zugelassenen Flugplätzen zugelassen (ausgenommen Such-, Rettungsflüge usw.), der Pilot benötigt dafür eine NVFR-Berechtigung, das Luftfahrzeug eine NVFR-Ausrüstung und der Flugplatz eine Landebahnbefeuerung.

Quelle: Wikipedia

Luftraumklassen der ICAO und BRD

Onyx VFR als pdf